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Zug Nr. 3 - Wagen Nr. 11 - Bett Nr. 14 - Seite 2

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Zug Nr. 3 - Wagen Nr. 11 - Bett Nr. 14
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In Ulan Bator steige ich aus um mich zu verabschieden. Nun habe ich mein Abteil wieder für mich alleine, was sehr angenehm ist. Ehrlich gesagt teile ich den ganzen Wagen nur mit den chinesischen Schaffner. Es ist halt Nebensaison. Die Heizung und der Wasserboiler werden mit Kohle betrieben. An manchen Bahnhöfen gibt es deshalb Kohle Nachschub. Dies ist auch der Grund, weshalb die Hände von den Türgriffen schwarz werden. Was sehr unangenehm ist, die Schaffner rauchen in meinem Wagen. Zu viert sitzen sie in einem Abteil und spielen Karte. Natürlich ist im Zug Rauchverbot. Deshalb bitte ich sie zum rauchen raus zu gehen. Es wird dadurch etwas besser. Manchmal schliesse ich auch einfach ihre Türe.... Die sind sicher nicht begeistert, dass ich bis Moskau im Zug bleibe (-:

In der Mongolei liegt bereits Schnee. Es ist Eisig kalt. Die Luft aber unglaublich frisch und klar. Ulan Bator liegt auf 1500müM. Die Landschaft sehr abwechslungsreich und macht Lust auf mehr Mongolei. Ziehe aber ein Besuch im Sommer vor!

Am zweiten Abend geht es über die Russische Grenze. Dieses mal wird nur der Speisewagen ausgewechselt. Die Zollbehörden nehmen es aber mit der Kontrolle etwas genauer. Sie wollen alle Gepäckstücke sehen, zum Glück aber nicht auspacken. Das ganze dauert wieder bis um 02.00 Uhr. So verschiebt sich mein Tagesrhythmus bereits. Werde ja in den nächsten Tagen bis Moskau 5 Stunden dazu gewinnen. Wie man sich Zuhause oft wünscht, haben meine Tage nun 25 Stunden....

Ich lese, höre Musik und Hörbücher, schreibe, schaue Filme, esse und schlaffe. Ist ziemlich entspannend. Wenn der Zug anhält, ziehe ich mich warm an und gehe kurz raus. Dies ist jedoch nicht immer möglich. So geniesse ich jeweils die 10 Minuten frische Luft, denn sie ist auch in Sibirien frisch. -9 °C sehe ich an einem Thermometer. Vermute dies ist wärmer als in der Mongolei. Die Landschaft ist weiss, die Birkenbäume haben Frost, die Häuser sind aus Holz mit farbigen Anstrichen. Manchmal sieht es aus wie in einer Modelleisenbahn-Landschaft. Die Tage sind kurz, die Nächte lang, die Sonne geht um 9.00 Uhr auf und um 16.00 unter.

Am dritten Tag fahren wir dem Baikalsee entlang. Etwas Wunderbares! Der See ist 31'500km2 gross und enthält 20% des gesamten Süsswasserbestandes der Erde. Die Länge des Sees ist 636 km, er hätte also in der Schweiz nicht Platz. Diesen Ort muss ich unbedingt einmal im Sommer besuchen.

In Moskau suche ich als erstes eine Wechselstube. Damit ich anschliessend die Metro bezahlen kann. In einem zweckmässigen Hostel verbringe ich die drei Nächte. Die Stadt beeindruckt mich. Es hat viele majestätische Häuser und rund um den roten Platz komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Am ersten Tag schneit es und ich muss mich immer wieder in Kaufhäuser oder Restaurants aufwärmen. Am zweiten Tag gehe ich in den Kreml und besichtige dort auch die Rüstkammer. So sehe ich zum Beispiel den Thron von Ivan dem Schrecklichen. Dieser lies die Wunderschöne Basilius Kathedrale am roten Platz bauen. Da er das Bauwerk so wunderschön fand, lies er dem Architekten die Augen ausstechen, damit er kein zweites so wunderschönes Bauwerk erschaffen konnte. Ein dankbarer Kerl....



 

Gefahrene Kilometer

10131km

nachgeführt am: 24.10.2011

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