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Zu Besuch beim YMCA Plovdiv

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24. - . 28. April 2011

Kjustendil – Borovec – Plovdiv - Haskovo

ca. 398 km

Bis nach Plovdiv habe ich noch zwei lange Strecken mit einigen Pässen hinter mich zu bringen. Auf der Karte ist in Borovec ein Camping eingezeichnet, sieht einfach nach einer kleinen Ortschaft aus. Dieser ist mein Tagesziel. Aus zwei geplanten Pässen werden dann drei. Dieses Borovec liegt auf 1200 m.ü.M. und ist ein versnobtes Skiressort. Mit viel Glück finde ich den Camping, denn in den 4 und 5 Sternhotels konnte mir niemand sagen wo dieser ist. Auf dem Camping ist eine lustige Truppe aus Sofia, welche im Winter hier ihre Wohnwagen aufstellen und Skifahren. Sie laden mich zum Osteressen ein. Ich bin sehr froh um das Essen und geniesse die Gesellschaft. Wie bereits in Mazedonien haben sie auch hier die gefärbten Ostereier. Ostern ist bei den orthodoxen Christen eines der wichtigsten Feste. Auch bezahlen sie für mich den Campingplatz, da ich noch kein Bulgarisches Geld habe.


Ich versuche am nächsten Morgen in diversen Hotels und Restaurants 20 Dollar zu wechseln, die Leute sind aber eher unfreundlich und sind sich wohl Gäste wie mich nicht gewohnt. Ich habe jedoch doch noch Erfolg und kann so den Camping zurückzahlen.

Bis nach Plovdiv sind es immer noch 110 km, jedoch stehen keine Pässe mehr bevor. Ich finde in Plovdiv das Zentrum und warte dort auf Assen vom YMCA und auf Galina, welche mich beherbergen wird.

Da ich ziemlich müde bin, gehen wir bald zu Galinas Eltern, wo sie wohnt. Sie ist ca. 40 Jahre alt, Künstlerin und gibt noch Kunstunterricht. Sie kann jedoch von ihrem Einkommen nicht leben und ist auf der Suche nach mehr Arbeit. Ich geniesse es sehr bei ihr Zuhause. Ihre Eltern verwöhnen mich und machen mir zum Frühstück ‘Banica, mit Spinat. Banica besteht aus dünnem Teig und ist mit Käse (ähnlich wie Feta) und z.T. mit Gemüse oder Fleisch gefüllt.

Assen führt mich am nächsten Morgen durch die Stadt, welche sechs oder sieben Hügel hat. Auf diesen steht meistens ein Monument oder Ruinen und man hat eine Wunderbare Aussicht über die Stadt. Auch diese Stadt ist eine der ältesten und schönsten. Die Leute sind stolz auf ihre Städte und Kultur.


Das YMCA Plovdiv hat andere Aufgaben als dasjenige von Mazedonien. Assen ist beim YMCA angestellt, sie haben ein grosses Büro mit einem Kursraum. Dort geben sie Englischunterricht, Samstags auch an die Gypsys (so werden die Romas offiziell genannt).

In Plovdiv gibt es Jungschar wie bei uns. Heute Abend treffen sich die ehemaligen YMCA Leute für einen Vortrag. In der nächsten Woche wird eine Gruppe einen Ausflug mit dem Fahrrad in eine Nachbarstadt machen. Deshalb freut sich Assen sehr über mein Mitbringsel von Horyzon, Leuchtbänder zum Schutz der Hosen beim Fahrradfahren. Auch haben sie eine Wandergruppe und sie stehen im Kontakt mit dem CEVI – Alpin aus Zürich und Bern. So haben sie auch schon die Schweiz besucht und Schweizer Gruppen waren in Bulgarien. Assen war erstaunt über unsere Viehweiden mit den Elektrozäunen in der Schweiz. Sie kennen hier keine so klare Landaufteilung und jede Kuhherde wird von einem Hirten bewacht.

Mehr über YMCA Plovdıv (oder lieber Kyrillisch?)


Galina zeigt mir am Nachmittag ein paar Galerien, wo auch ihre Bilder ausgestellt sind. Am nächsten Sonntag eröffnet sie ihre eigene Ausstellung in einer Bibliotheke. Am liebsten würde ich Ihre ein Bild abkaufen, ich mag ihre Bilder und sie könnte das Geld gut gebrauchen. Vielleicht kann ich das ja noch nachholen.

Ich habe wiedereinmal Dauerhunger und bin am Abend KO von der Stadtbesichtigung.


Die Stadt gefällt mir aber sehr gut und ist auch sehr interessant. Trotzdem geniesse ich auch am nächsten Tag wieder die Natur, trotz Regen. Gespannt fahre ich der Türkei entgegen. Bereits am Morgen früh machen mich jedoch Hunde wütend. Ehrlich gesagt hasse ich diese Viecher, obwohl sie mich noch nie wirklich in Bedrängnis gebracht haben. Es gibt viele Strassen-Hunde, meist sehen diese ziemlich hässlich aus. Immer bellen sie mich an wie blöd, auch in der Nacht stört mich oft ihr Heulen. Manchmal tun sie mir auch leid, denn viele sind sie an der Kette. Ich finde unsere Hunde in der Schweiz sind viel gemütlicher und sie sind mir sympathischer.

 

Fazit Bulgarien:

In Bulgarien war ich etwas schnell unterwegs. Genossen habe ich vor allem die Gastfreundschaft. Landschaftlich habe ich keine Highlights gesehen.

 

Gefahrene Kilometer

10131km

nachgeführt am: 24.10.2011

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